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Otl Aicher (1922 - 1991) studierte an der Bayerischen Akademie der Künste in München. 1949 gründetet er mit Max Bill und seiner späteren Frau Inge Scholl die Hochschule für Gestaltung in Ulm, an der er lange Jahre als Dozent für Visuelle Kommunikation tätig war. Von 1965 bis 1968 war er Leiter der Ulmer Hochschule. 1969 erhielt er den Auftrag, das Erscheinungbild für die Olympischen Spiele 1972 in München zu entwickeln. Damit erlangte er weltweite Anerkennung. Bekannt wurde er auch für seine Piktogramme. Von 1972 an arbeitete er in Rotis im Allgäu - dem Ort, nach dem er seine Schrift, die rotis, benannte. |
Warum Otl Aicher eine neue Schrift entwickelte, erklärte er 1989 in der Zeitschrift arch+:
»Es gibt dafür viele Gründe. Der entscheidende ist die bessere Lesbarkeit. Ihre wichtigsten Kriterien:
| 1. | Schriften mit breiteren Grundstrichen (wie Antiqua-Schriften) sind besser lesbar als Schriften mit gleicher Strichstärke (wie Grotesk-Schriften). | |
| 2. | Schriften, die schmal laufen, sind besser lesbar als Schriften, die breit laufen. | |
| 3. | Schriften mit großen Buchstabenabständen sind besser lesbar als Schriften, bei denen sich die einzelnen Buchstaben fast berühren. | |
| 4. | Geschriebene Schriften sind besser lesbar als gezeichnete. |
Die rotis hat versucht, diese vier Kriterien zu beachten: Sie hat deutlich breitere Grundstriche, ist schmallaufend, hat relativ große Buchstabenabstände und enthält die fließenden Elemente einer gezeichneten Schrift.«
